de.wikipedia.org/wiki/Walsturz
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Er trägt somit kaum oder gar nicht zur Entstehung kurzlebiger Ökosysteme bei.
Das ist zu pauschal: Für Pottwale sind mehrfach echte Walsturz-Ökosysteme dokumentiert worden.
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Diese Aussage ist durch die Fachliteratur klar widerlegt. Es gibt dokumentierte Pottwal-Walstürze mit den für Walstürze typischen Lebensgemeinschaften.
- Fujiwara et al. (2007) berichten ausdrücklich über die „first study of sperm whale-fall ecosystems“. Die Arbeit basiert auf 12 versenkten Pottwal-Kadavern vor Japan; nach 18 Monaten hatten sich dichte chemosynthese-basierte Gemeinschaften gebildet.
- Aguzzi et al. (2018) untersuchten erneut einen implantierten Pottwal-Kadaver in der Sagami-Bucht und beschreiben daran die üblichen Sukzessionsstadien eines Walsturzes.
Damit ist die Formulierung, der Pottwal trage „kaum oder gar nicht“ zur Entstehung solcher Ökosysteme bei, sachlich falsch. Unabhängig davon, ob einzelne Kadaver zunächst treiben können, ist wissenschaftlich belegt, dass Pottwale sehr wohl Walsturz-Ökosysteme bilden können.
2 sources
- Three-year investigations into sperm whale-fall ecosystems in Japan
"We report the first study of sperm whale-fall ecosystems ... The study was made possible by ... the subsequent sinking of 12 carcasses ... Dense aggregations of unique chemosynthesis-based fauna had formed around the whale carcasses after 18 months."
- Faunal activity rhythms influencing early community succession of an implanted whale carcass offshore Sagami Bay, Japan
"Here, we present results from a high-frequency monitoring experiment of an implanted sperm whale carcass ... After three decades of studies ... four stages of ecological succession were established."
Tiefsee-Miesmuscheln (der Gattungen Adipicola und Chlamys)
Die Zuordnung von Chlamys ist taxonomisch falsch: Chlamys ist keine Bathymodiolinae-Gattung, sondern eine Kammmuschel der Familie Pectinidae.
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Hier werden zwei verschiedene Gruppen vermischt.
- Adipicola ist tatsächlich eine Gattung innerhalb der Bathymodiolinae (den tiefseeassoziierten Miesmuscheln).
- Chlamys gehört dagegen nicht zu den Bathymodiolinae. Sie ist eine Gattung der Familie Pectinidae (Kammmuscheln/Scallops).
Damit ist die Formulierung, Bathymodiolinae seien die Gattungen „Adipicola und Chlamys“, taxonomisch falsch. Die Quelle verwechselt eine Bathymodiolinae-Gattung mit einer Kammmuschel-Gattung aus einer anderen Familie.
2 sources
- Chlamys (Chlamys) | U.S. Fish & Wildlife Service
"Location in Taxonomic Tree Family Pectinidae Genus Chlamys"
- Wooden steps to shallow depths: A new bathymodiolin mussel, Vadumodiolus teredinicola, inhabits shipworm burrows in an ancient submarine forest
"These species are currently assigned to nine genera that are accepted by the World Register of Marine Species (WoRMS): Adipicola ... Bathymodiolus ... Benthomodiolus ... Idas ... Terua ..."
Diese Arten leben in Symbiose mit Bakterien, die Schwefelwasserstoff in organischen und nahrhaften Schwefel umwandeln.
So funktioniert Chemosynthese hier nicht: Schwefelbakterien oxidieren Schwefelwasserstoff und nutzen die Energie, um aus CO₂ organische Stoffe zu bilden.
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Die Biochemie ist hier falsch beschrieben.
Schwefeloxidierende, chemosynthetische Bakterien machen nicht einfach aus Schwefelwasserstoff „organischen und nahrhaften Schwefel“. Stattdessen oxidieren sie Schwefelwasserstoff (H₂S) und nutzen die dabei freiwerdende Energie, um Kohlenstoffdioxid in Zucker bzw. organische Substanz umzuwandeln.
NOAA formuliert das ausdrücklich so: Vent-Bakterien oxidieren Wasserstoffsulfid, fügen Kohlendioxid und Sauerstoff hinzu und erzeugen Zucker, Schwefel und Wasser. Der „nahrhafte“ Teil ist also die gebildete organische Substanz, nicht elementarer Schwefel selbst. Die Wikipedia-Formulierung verdreht dieses Verhältnis.
2 sources
- What is the difference between photosynthesis and chemosynthesis? - NOAA Ocean Exploration
"At hydrothermal vents, vent bacteria oxidize hydrogen sulfide, add carbon dioxide and oxygen, and produce sugar, sulfur, and water: CO2 + 4H2S + O2 -> CH2O + 4S + 3H2O."
- Chemosynthesis vs. Photosynthesis - NOAA Ocean Exploration
"All chemosynthetic organisms use the energy released by chemical reactions to make a sugar ... The vent bacteria ... oxidize hydrogen sulfide, add carbon dioxide and oxygen, and produce sugar, sulfur, and water."
Die größten dieser Tiere sind Ammenhaie, die mit jedem Biss große Mengen Fleisch aufnehmen.
Hier ist sehr wahrscheinlich der falsche Hai genannt: In der Walsturz-Literatur werden für diese Phase Schlafhaie (sleeper sharks), nicht Ammenhaie, beschrieben.
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Die Standardübersicht zu Walstürzen beschreibt die mobile Aasfresser-Phase ausdrücklich mit Schlafhaien (sleeper sharks), Schleimaalen und Grenadieren/Rat-tails. Genau diese Tiere werden als typische Groß-Aasfresser an Walstürzen genannt.
Ammenhaie (nurse sharks) passen dazu auch ökologisch nicht: Die Artengruppe lebt typischerweise in warmen, flachen Küstengewässern, auf Riffen, Seegrasflächen und in Mangroven; der National Park Service gibt für sie allgemein einen Bereich von der Gezeitenzone bis mindestens 40 Fuß Tiefe an.
Damit ist die Nennung von Ammenhaien als den großen Tieren dieser Walsturz-Phase sachlich verfehlt; in der Fachliteratur sind hier Schlafhaie gemeint.
2 sources
- Ecology of whale falls at the deep-sea floor
"a mobile-scavenger stage lasting months to years, during which aggregations of sleeper sharks, hagfish, rat-tails and invertebrate scavengers remove whale soft tissue at high rates"
- Nurse Sharks - Dry Tortugas National Park (U.S. National Park Service)
"Nurse sharks are typically found in tropical to subtropical waters ... In general, their depth range extends from the intertidal zone down to a depth of at least 40 feet."